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DIGITAL SECURITY REPORT · Analyse · Oktober 2026

Mercedes Datenschutz-Skandal: Von Safe Harbor zur Totalignoranz in 120 Tagen

Mercedes-Benz gewährte am 30. Juni 2026 Safe Harbor. Der CISO bestätigte den Eingang der Befunde. Dann: 120 Tage Stille. Trotz CEO-Eskalation, Vorstand-CC und fünf Aufsichtsbehörden.

120
Tage ohne Reaktion
5
Behörden informiert
7
Vorstandsmitglieder CC
0
Bestätigte Fixes

DSGVO-Relevanz

Die identifizierten Schwachstellen betreffen personenbezogene Daten im Sinne von Art. 4 Nr. 1 DSGVO:

  • Standortdaten — Fahrzeugposition in Echtzeit (Art. 9 DSGVO bei Bewegungsprofilen)
  • Nutzungsdaten — Fahrverhalten, Ladezyklen, Klimaeinstellungen
  • Authentifizierungsdaten — OAuth-Tokens, Session-Daten

Nach Art. 32 DSGVO ist Mercedes-Benz als Verantwortlicher verpflichtet, „angemessene technische und organisatorische Maßnahmen“ zu treffen. XOR-Verschlüsselung und fehlendes Certificate Pinning erfüllen diesen Standard nicht.

Informierte Behörden

BehördeZuständigkeitStatus
BSI (CERT-Bund)IT-SicherheitVerfahren eröffnet
ENISAEU CybersecurityTemplate-Antwort
KBAFahrzeugsicherheitInformiert
BaFinFinanzaufsicht (Mercedes Bank)Informiert
LfDI BWDatenschutzInformiert

Safe Harbor — und was darauf folgte

Mercedes-Benz gewährte auf unsere Anfrage schriftlichen Safe Harbor — die Zusicherung, keine rechtlichen Schritte gegen den Sicherheitsforscher einzuleiten. Das ist ein positives Signal und zeigt, dass der Prozess zunächst funktionierte.

Was danach kam, war das Problem: Null strukturiertes Engagement. Keine Triage-Rückmeldung. Keine Patch-Bestätigung. Kein gemeinsamer Zeitplan. 120 Tage Stille.

Methodik

Alle Befunde basieren auf statischer Analyse öffentlich verfügbarer APKs. Kein Systemzugriff. ISO 29147.

Weitere Berichte

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